Was muss ich über das Medizinstudium wissen?

Das Medizinstudium ist einer der schwierigsten Studiengänge an Universitäten. Auf den Schultern der Studierenden lastet viel Druck und auch Verantwortung. Aber mit dem Studieren allein ist die Lehre noch lange nicht abgeschlossen: Wer Arzt werden will, muss im Medizinstudium verschiedene Hürden meistern. Wenn das geschafft ist, stehen einem als Arzt alle Türe offen. Und das Beste: Tag für Tag Leben retten, statt Kostüme zur Arbeit tragen und am Schreibtisch sitzen.

Zum Beispiel muss die Famulatur absolviert werden. Das bedeutet, junge Ärzte machen drei Praktika (Famulatur) in unterschiedlichen Bereichen (stationär, ambulant und hausärztlich). Im Medizinstudium sammeln Studenten ab dem zweiten Teil des Studiums auch Praxiserfahrung. Dies geschieht nach der Famulatur im Schwerpunkt eines PJs (praktischen Jahres) im Krankenhaus. Erst wenn das abgeleistet wurde und alle drei ärztlichen Prüfungen bestanden wurden, erfolgt die Approbation. Mit Erteilung der Approbation haben Mediziner die Erlaubnis ihren Beruf auszuüben. Der Weg zum Arzt ist also kein einfacher und mit zwölf Fachsemestern von langer Dauer.

Aber fangen wir einmal von vorne an: Um für das Studium der Medizin zugelassen zu werden, wird in Deutschland ein Numerus Clausus von 1,0 bei der allgemeinen Hochschulreife erwartet. Nur die fleißigsten und begabtesten Schüler schaffen diesen perfekten Notendurchschnitt. Studierende, die diesen Schnitt nicht vorweisen können, müssen ihren Durchschnitt mit Wartesemestern aufbessern. Bei einem Durchschnitt von 2,6 waren es 2018 14 Wartesemester für das Studium der Medizin an einer Universität in Deutschland. Das sind zwei Semester länger als das Regelstudium. Eine andere Möglichkeit ist das Medizinstudium an einer privaten Universität im In- und Ausland. Zwischen 6.000 € und 11.000 € müssen Studierende hier für ein Semester zahlen.

Wie kann ich Medizin studieren?

Medizin ist als Studiengang in Deutschland enorm beliebt: 19.000 Interessenten haben sich zum Sommersemester 2019 auf den Studiengang beworben – bei lediglich 1687 freien Studienplätzen. Eine eindrucksvolle Bewerbung für das Medizinstudium ist das A und O, um hervorzustechen. Um sich für das Studium der Medizin zu qualifizieren, müssen Sie sich online (über https://www.hochschulstart.de/) an Ihrer gewünschten Universität bewerben. Hierbei können bis zu sechs in Frage kommende Universitäten berücksichtigt werden.
Die Auswahl setzt sich wie folgt zusammen:

  • 20 % Abiturbestenquote: Ein Teil der Studienplätze wird anhand der Abiturbestnoten verteilt. Hierbei werden die Noten innerhalb des jeweiligen Bundeslandes miteinander verglichen. Bewerber mit einem schlechten Abiturdurchschnitt haben keine Chance auf einen Studienplatz auf diesem Wege.

  • 20 % Wartezeitquote: Bei der Wartezeitquote werden Bewerber nach der Anzahl ihrer Wartesemester berücksichtigt. Dieses Verfahren ermöglicht es, auch ohne Numerus Clausus Medizin zu studieren. Bewerber müssen für das Studium der Humanmedizin mit einer Wartezeit von mehreren Jahren rechnen.

  • 60 % Auswahlverfahren der Hochschule: Über den größten Anteil im Auswahlverfahren entscheiden deutsche Universitäten selbst. Bei diesem Vorgang legen Universitäten eigene Kriterien für die Zulassung des Studiums fest. Jeder Studiengang kann anders definiert werden. Manche Universitäten berücksichtigen geleisteten Zivildienst oder eine abgeschlossene Ausbildung. Bei manchen Fakultäten können Bewerber z. B. mit einem Praktikum im Ausland punkten.

Famulatur, PJ und Co.: Wie läuft das Medizinstudium in der Regel ab?

Das Studium der Medizin ist sehr komplex und dementsprechend vielschichtig aufgebaut. Generell besteht das Medizinstudium aus drei Bausteinen: Vorklinik, Klinik und das praktische Jahr. Die Gesamtdauer des Studiums ist laut Approbationsordnung auf mindestens 12 Semester festgelegt. Innerhalb dieser Zeit erfolgen die Famulaturen, das praktische Jahr (PJ), die mündlich-praktischen Prüfungen inkl. schriftlichem Teil sowie die ärztlichen Prüfungen. Erst mit dem zweiten Teil des Studiums (nach 4 Semestern) geht es für Studenten in die praktische Ausbildung an einem Lehrkrankenhaus. Dort erleben sie den Alltag von Ärzten aus erster Hand. Seit einigen Jahren vermitteln einige deutsche Universitäten ihr Wissen wesentlich praktischer. Hier steht nicht nur die Theorie im Vordergrund. 12 deutsche Universitäten bieten diese praxisnahen Modelstudiengänge an.

Vorklinik

Der erste Teil der Ausbildung – der vorklinische Teil – beträgt 4 Semester. In dieser Zeit wird der Student auf die Ausbildung in der Klinik vorbereitet. Im Fokus stehen Grundlagen zum menschlichen Körper und der Medizin selbst. Im vorklinischen Studium muss ein Erste-Hilfe-Kurs absolviert werden. Im ersten Studienabschnitt ist außerdem ein Pflegepraktikum von drei Monaten vorgeschrieben. Bevor der zweite Abschnitt des Studiums am Lehrkrankenhaus beginnt, muss der erste Abschnitt der ärztlichen Prüfung (Physikum) bestanden werden.

Klinik

Der zweite Teil des Studiengangs ist der klinische Part. Dieser findet in einem Lehrkrankenhaus statt und umfasst 6 Semester. Innerhalb dieser Zeit lernen Studierende einzelne Fächer der Medizin kennen – z. B. innere Medizin oder Chirurgie. Neben dem theoretischen Part liegt der Fokus nun auf der Praxis. Vor allem durch die Famulatur kann im zweiten Studienabschnitt viel Praxiserfahrung (auch außerhalb des Lehrkrankenhauses) gesammelt werden. Zum Ende des zweiten Studienabschnitts findet der zweite Teil der ärztlichen Prüfung statt (Hammerexamen).

Die Famulatur

Das praktische Jahr bereitet Studierende auf den späteren Alltag in einer Klinik vor. Vieles, was Sie in Ihrer bisherigen Lehre theoretisch behandelt haben, wird nun praktisch umgesetzt. Das heißt, PJ-Studierende werden mit alltäglichen ärztlichen Aufgaben betraut. Der ideale Zeitpunkt also, um sich über eine solide Berufshaftpflichtversicherung Gedanken zu machen. Denn: Gerade im PJ, wenn die Erfahrungsbasis noch nicht so groß ist, können Fehler schnell geschehen. Da ist es natürlich gut zu wissen, dass man rundum abgesichert ist. Das praktische Jahr ist in drei Tertiale von jeweils 16 Wochen unterteilt. Diese sogenannten Tertiale des praktischen Jahres werden wie folgt gegliedert:

  • 1. Tertial: Innere Medizin

  • 2. Tertial: Chirurgie

  • 3. Tertial: Wahlfach der allgemeinen Medizin oder eines Fachbereichs


Das praktische Jahr beginnt kurz nach den schriftlichen Prüfungen – Studenten müssen sich aber frühzeitig für ihr PJ bewerben. Etwa sechs Monate vor dem Antritt des praktischen Jahres endet je nach Einrichtung die Bewerbungsfrist. Die Anmeldung läuft nicht etwa über eine Klinik, sondern über das Dekanat der medizinischen Fakultät. Favorisierte Einrichtungen für die einzelnen Tertiale können zwar angegeben werden, müssen aber nicht bei der Verteilung des PJ berücksichtigt werden. Das Dekanat vergibt nämlich die Plätze des PJ. Dies geschieht nach Ablauf der Bewerbungsfrist. Ob ein Medizinstudent einen Teil seines PJs in einer gewünschten Einrichtung leistet, ist oft Glückssache. Medizinstudenten haben mit der Einführung der PJ Mobilität 2013 die Möglichkeit an jeder Universitätsklinik und jedem Lehrkrankenhaus in Deutschland zu studieren. Die Voraussetzung dazu: Genügend Plätze und das Führen eines Logbuches. In der Regel werden die Tertiale des praktischen Jahres an unterschiedlichen Einrichtungen absolviert. Falls Sie aber zwei PJ-Tertiale an einer medizinischen Fakultät absolvieren möchten, ist dies in Rücksprache mit der jeweiligen Universität ggf. möglich. Die Vergütung eines PJs variiert je nach Bundesland und Lehreinrichtung enorm. Es gibt kein Gesetz, das eine Entlohnung für das praktische Jahr festlegt. Theoretisch muss eine Einrichtung Studenten nicht bezahlen. Das Maximalgehalt liegt bei 597 €.

Wie kann ich mir die ärztlichen Prüfungen vorstellen?

Insgesamt müssen im Studiengang Medizin drei Prüfungen bestanden werden. Der erste Abschnitt der ärztlichen Prüfung findet nach dem vorklinischen Part der Ausbildung statt. Er ist auch bekannt als Physikum. Diese Prüfung gilt als die größte Herausforderung des gesamten Studiums der Humanmedizin. Nicht ohne Grund, denn die Prüfungsinhalte sind komplex und verlangen eine gute Vorbereitung. Insgesamt müssen 320 Multiple-Choice Fragen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen beantwortet werden. Wenn mehr als 25% der Fragen richtig beantwortet wurden, ist die Prüfung bestanden.
 
Tipp: Lernen Sie mit den Prüfungsantworten aus den letzten Jahren. Das gibt Ihnen ein gutes Gefühl für mögliche Prüfungsinhalte.

Zum zweiten Abschnitt der ärztlichen Prüfung (Hammerexamen) kommt es nach dem klinischen Teil des Studiums. Hier muss der Prüfling beweisen, dass er zum eigenständigen Versorgen eines Patienten fähig ist. Theoretisch Erlerntes muss nun in der Praxis fallbezogen unter Beweis gestellt werden. Vor allem praktisch Erlerntes aus der Famulatur sowie dem PJ sind hier gefragt.
 
Der dritte Abschnitt der ärztlichen Prüfung findet in der Regel ein Jahr nach Bestehen des zweiten Abschnitts der ärztlichen Prüfung statt. Geprüft wird mündlich-praktisch. Während der 45–60 Minuten langen mündlichen Prüfung werden patientenbezogene Fragen gestellt. Die Fragen erstrecken sich auf die Gebiete der Allgemeinmedizin, der Chirurgie sowie auf das Wahlfach des Geprüften. Mit dem Bestehen der drei Prüfungsabschnitte ist das Medizinstudium bestanden und die Approbation kann beantragt werden.

Wie geht es nach dem Studium weiter?

Mit dem Studienabschluss in der Tasche können Sie sich z. B. an einer Universitätsklinikum als Assistenzarzt bewerben. Vielleicht möchten Sie sich auch als Facharzt weiterbilden und einen besonderen Bereich der Medizin studieren? Als junger Mediziner, frisch aus der Lehre, stehen Ihnen die Türen offen. Aber egal, wo Sie Ihr Weg hinführt, wir sind immer an Ihrer Seite. Kontaktieren Sie uns gerne, bei Fragen zu Ihrer Vorsorge, Ihrer Versicherung oder im Allgemeinen rund um Ihren Beruf.

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